Magen und Zwölffingerdarm (Duodenum)  
Magen  
Was ist der Magen?
Der Magen ist der Speiseröhre (Oesophagus) nachgeschaltet und liegt unterhalb des Zwerchfells. Er ist eine Ausweitung des Verdauungsschlauches links im Oberbauch zwischen Leber und Milz. Nach hinten liegt er auf der Bauchspeicheldrüse. Der Magen hat zwei Hauptfunktionen. Er ist das erste Verdauungsorgan und befördert mit seiner motorischen Funktion durch Säure und andere Verdauungsfermente die zerkleinerten Lebensmittelbestandteile in den nachgeschalteten Zwölffingerdarm. Er hat zudem eine Reservoirfunktion.
 
 
   
 
   
   
Zwölffingerdarm (Duodenum)  
Was ist der Zwölffingerdarm?
Der Zwölffingerdarm gehört als erster kurzer Abschnitt zum Dünndarm und hat die Gestalt eines liegenden, nach links offenen U. Der Name Zwölffingerdarm bezieht sich auf seine Länge. In den oberen Teil des Zwölffingerdarmes mündet der Gallengang und der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Hier beginnt mit Hilfe der Verdauungssäfte aus dem Zwölffingerdarm, der Leber (Galle) und der Bauchspeicheldrüse die eigentliche Zerlegung der Nahrungsmittel in ihre einfachen Baubestandteile.
 
   
 
Der Magen "fehlt" auf dieser Zeichnung, um die hinter dem Magen liegende Bauchspeicheldrüse in ganzer Grösse darstellen zu können.
 
   

Untersuchungsmethoden
Im folgenden sind die wesentlichen Untersuchungsmethoden zur Abklärung von Magen- und Zwölffingerdarmerkrankungen erläutert. Zusätzlich können noch Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden.

Endoskopie
Ausleuchtung und Inspektion von Körperhohlräumen und Hohlorganen mit Hilfe eines Endoskops; gleichzeitig Möglichkeit zur Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) zur weiteren Untersuchung, evtl. in Kombination mit Ultraschalldiagnostik (sog. Endosonographie), sowie zur Durchführung kleinerer operativer Eingriffe (z.B. Elektro- oder Laserkoagulation, endoskopischer Einführung von Verdauungsgang erweiternden Stents).

Magen-Duodenumspiegelung / Gastro-Duodenoskopie
Endoskopische Untersuchung des Magen und Zwölffingerdarms unter Verwendung eines flexiblen Spezialendoskops (Gastroskop) mit der Möglichkeit zur Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) und zur Durchführung kleiner operativer Eingriffe (vor allem zur Stillung von Blutungen aus etwelchen Magen- resp. Zwölffingerdarmgeschwüren, Entfernung von kleinen Tumoren (Polypen), Lasertherapien. etc)

Wann soll eine Magenspiegelung durchgeführt werden?
- bei persistierenden unklaren Oberbauchbeschwerden
- bei allen wiederholten Blutabgängen oder bei unklarer Blutarmut (Anämie)
- bei Verdacht auf Magen/Zwölffingerdarmgeschwüren
- bei Magenpolypen oder bösartigen Tumoren (Magenkarzinom)

Durchführung der Magenspiegelung (Gastroskopie, Oesophagogastroduodenoskopie)
Nach Betäubung der Rachenschleimhaut wird ein flexibles Endoskop über Mund, Rachen und Speiseröhre in den Magen und Zwölffingerdarm vorgeschoben. Wenn der Patient es wünscht, kann eine gute Betäubung vorgenommen werden, so dass man vom Eingriff nur wenig mitbekommen. Der Vorteil dieser Untersuchung ist, dass krankhafte Veränderungen sofort gesehen und auch biopsiert werden können, um eine feingewebliche Analyse der Schleimhaut vorzunehmen. Auch kleinere Eingriffe, wie Blutstillung kann durch das Gastroskop durchgeführt werden.

Die wichtigsten Erkrankungen

1. Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
2. Ulkuserkrankungen (Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür)
3. Magen- und Zwölffingerdarmblutungen
4. Gutartige und bösartige Tumore
5. Zöliakie (einheimische Sprue)
6. Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit)

Gibt es Komplikationen und Gefahren?
Die Bedeutung der Gastritis besteht darin, dass sie die Voraussetzung für Folgeerkrankungen wie Magengeschwüre und für Magentumor (sehr selten) bildet.

Welche Abklärungen müssen getroffen werden?
Eine spezielle Abklärung ist in der Regel nicht nötig. Meistens wird die Diagnose per Zufall bei einer Magenspiegelung gestellt.

Therapie / Behandlungsmethoden
Eine Therapie ist bei einer unkomplizierten Gastritis nicht nötig

Nachsorge
Eine Nachsorge oder Nachkontrolle ist nicht erforderlich.

2. Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (Ulkuskrankheit)

Was sind Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre?
Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sind scharf begrenzte tiefe Schleimhautdefekte (Wunden), die bis in die tiefen Wandschichten des Magens oder des Zwölffingerdarms reichen. Die Ursache der Gewschwüre ist in den meisten Fällen eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Daneben sind Antirheumatika auch häufig Ursachen von Magen- und weniger auch von Zwölffingerdarmgeschwüren.

Welche Symptome und Beschwerden treten bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren auf?
Die Ulkusschmerzen sind von dumpfen brennendem und schlecht lokalisierbarem Charakter im Bereich des mittleren Oberbauchs. Teilweise strahlen die Schmerzen auch gegen den Rücken oder gegen die Nabelgegend aus. Unwohlsein, Uebelkeit und Erbechen kann ebenfalls als Folge der Ulkuskrankheit auftreten. Das Magengeschwür macht häufig Beschwerden nach der Nahrungseinnahme, das Zwölffingerdarmgeschwür macht häufiger Beschwerden, wenn der Magen nüchtern ist.

Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Zirka 10% der Geschwüre machen Komplikationen. Die häufigsten Komblikationen sind eine Blutung oder einer Perforation (Durchbruch) in die Bauchhöhle oder in Nachbarorgane.

Welche Abklärungen und Voruntersuchungen muss bei Magen- und Zwölffingerdaramgeschwüren getroffen werden?
Die Magen- und Zwölffingerdarmspiegelung ist die beste Untersuchungsmethode, da neben der Diagnosestellung auch gewisse Behandlungen wie zum Beispiel Blutstillung durchgeführt werden können. Zudem können Gewebeproben entnommen werden, die helfen zwischen gutartigen und den selten bösartigen Geschwüren zu unterscheiden. Gleichzeitig kann auch abgeklärt werden, ob eine Helicobacter-pylori-Infektion vorliegt.

Therapie / Behandlungsmethoden
Die Geschwüre können heute sehr gut mit Medikamenten, welche die Magensäurebildung hemmen behandelt werden. In der Regel sind die Geschwüre nach wenigen Tagen schmerzfrei und nach 4 bis 6 Wochen abgeheilt. Falls eine Helicobacter-pylori-Infektion vorliegt, muss zusätzlich eine Antibiotika-Therapie durchgeführt werden. Falls die Geschwüre durch Medikamente (z.B. Antirheumatika) verursacht wurden, sollten diese abgesetzt werden oder nur noch unter Schutz von Medikamenten, die die Magensäureproduktion vermindern, eingenommen werden.

Nachsorge
Eine Nachsorge ist nur beim Magengeschwür nach zirka 6 bis 8 Wochen nötig, damit man sicher ist, dass es abgeheilt ist und kein bösartiges Geschwür vorliegt. Ebenfalls muss bei gewissen Komplikationen gelegentlich eine Nachkontrolle durchgeführt werden.

 

3. Magen- und Zwölffingerdarmblutungen

Was sind Magen- und Zwölffingerdarmblutungen?
Blutungen aus der Speiseröhre, dem Magen und dem Zwölffingerdarm bezeichnet man als obere Magendarmblutung, da das Blut oft auch erbrochen wird.
Die häufigsten Ursachen sind:
- Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre
- Oberflächliche Schleimhautentzündung (Erosionen)
- Krampfadern (Varizen) in der Speiseröhre oder im Magen (vor allem bei Lebererkankungen)
- Magenschleimhautriss (Mallory- Weiss-Syndrom) bei massivem Erbrechen
- Tumore
- Gefässanomalien
- Andere seltene Ursachen

Welche Symptome oder Beschwerden treten bei Magen- und Zwölffingerdarmblutungen auf?
Die häufigsten Symptome sind Bluterbrechen oder Abgang von Pechstuhl (schwarzer Stuhl) oder Blut im Stuhl. Hinzu kommt wegen der Blutarmut auch eine generelle Körperschwäche. Gelegentlich können eine Blutarmut oder Eisenmagel auch die einzigen Symptome einer leichten Blutung sein.

Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Schwere Blutungen können zu lebensbedrohlichen Situationen führen mit Schock und Kreislaufkolaps bis hin zum Todesfall.

Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen bei Magen- und Zwölffingerdarumblutungen getroffen werden?
Die Magenspiegelung ist die wichtigste Untersuchung, da die Diagnose sofort gestellt werden kann.

Therapie / Behandlungsmethoden
Viele Blutungen stoppen ganz von selbst. Die meisten noch aktiven Blutungen können bei der Magenspiegelung behandelt werden. Ganz selten ist eine chirugische Blutstillung nötig. Je nach Ursache der Blutung muss danach eine spezifische Therapie durchgeführt werden.

Nachsorge
Eine Nachsorge ist nur in schweren Fällen nötig. Hingegen sollte bei einer durch Helicobacter plyori bedingten Ursache jeweils überprüft werden, ob der Helicobacter pylori erfolgreich behandelt wurde.

 

4. Gutartige und bösartige Tumoren

4.1. Tumoren
Wir unterscheiden zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren.
Zu den gutartigen Tumoren zählen wir:
- Nicht adenomatöse Polypen
- Adenomatöse Polypen
Zu den bösartigen Tumoren gehören:
- das Magenkarzinom (Magenkrebs)
- das primäre Magenlymphom (MALT-Lymphom)
- das Karzinoid (Duodenum) und andere seltene Tumortypen wie beispielsweise der Gastrointestinale Stromatumor (GIST)

Magenpolypen

Was ist ein Magenpolyp?
Als Polyp wird zunächst eine Gewebsvorwölbung in die Magenhöhle beschrieben. Sie können gestielt ,kugelig oder breitbasig aufsitzend vorkommen und in ihrer Grösse erheblich variieren. Je nach mikroskopischer Beurteilung werden sie in verschiedene Kategorien eingeteilt, welche für die Behandlung und Prognose von Bedeutung sind.

Wie häufig treten Magenpolypen auf?
Der Anteil an gutartigen Magenpolypen an den Neubildungen des Magens beträgt etwa 15% bis 20%. In steigendem Alter nehmen sie zu. Multiple Polypen im Magen treten im Rahmen der Polyposis-Syndrome auf.
- Garnder-Syndrom
- Peutz-Jeghers-Syndrom
- Cronkhite-Canada-Synrom
- Juvenile Polyposis
- Familiärer adenomatöser Polyposis
Bis zu 50% der Patienten mit familiärer adenomatöser Polyposis weisen Magen-und Duodenaladenome auf. Sie zeigen eine sehr hohe Tendenz zur bösartigen Entartung. Bei den anderen Syndromen ist die Entartung nicht so häufig.

Therapie / Behandlungsmethoden
Man unterscheidet je nach mikroskopischem Befund adenomatöse und nicht adenomatöse Polypen. Adenome müssen aufgrund Gefahr bösartiger Entartung vollständig entfernt werden. Dies gelingt meistens mittels Gastroskopie. Grössere Tumore erfordern meistens eine chirurgische Teilentfernung des Magens. Die Abtragung nicht adenomatöser Polypen ist fakultativ, da keine Entartung zu erwarten ist.

Bösartige Neubildungen

4.1.1. Adenokarzinom des Magens (Magenkrebs)
Entstehung: Das Magenkarzinom weist eine multifaktorielle Genese auf. Genetische (vererbliche) Faktoren scheinen von untergeordneter Rolle zu sein. Ein klarer Zusammenhang besteht jedoch zur Infektionskrankheit mit dem Helicobakter pylori Bakterium. Ein bis zu 6-fach erhöhtes Risiko wurde gefunden. Helicobacter Infektionen führen zu kleinen Mikroverletzungen der Schleimhaut und als Folge der immer wiederkehrenden Heilungsabläufe kann es zur Fehlregeneration einer solchen Magenschleimhaut und weiter zum Karzinom kommen.

Häufigkeit
40 auf 100 000 Personen erkranken jährlich am Magenkarzinom. Männer häufiger als Frauen.

Symptome
Das Magenkarzinom ist lange symptomarm oder geht nur mit uncharakteristischen Symptomen einher. Häufigste Symptome:
- Gewichtsverlust
- Oberbauchschmerzen
- häufiges Erbrechen
- Unverträglichkeit von Speisen (Fleisch)

Therapie und Prognose
Die Therapie der Wahl ist die radikale chirurgische Entfernung. Dabei wird der Magen als ganzes (oder in speziellen Fällen als Teil) entfernt und durch ein Dünndarmteil ersetzt. Sollte aufgrund einer grösseren Ausdehnung und/oder einer Metastasierung dies nicht vollumfänglich möglich sein, so kann eine Chemotherapie eventuell kombiniert mit einer Strahlentherapie eingesetzt werden.. Bei geringer Tumorausweitung ist mit einer 5-Jahres Überlebenschance von 80% zu rechnen.

4.1.2. Das primäre Magenlymphom vom MALT-typ
Definition Bösartige Lymphome sind krebsartige Tumorbildung ausgehend vom lymphatischen Gewebe, das im Knochenmark, in den Lymphdrüsen und in fast allen Organen des Körpers vorkommt oder bei einer Entzündung oder Infektion in das entsprechende Gewebe einwandert. Die Zellen dieses Gewebes (Lmphozyten) sind vor allem für die Immunabwehr im Körper verantwortlich und spielen bei Entzündungen und Infektionen eine wichtige Rolle. Die weissen Blutkörperchen stammen ebenfalls vom lymphatischem Gewebe ab. Das primäre Magenlymphom vom MALT-typ (Mucosa-Associated-Lymphoid-Tissue) ist das häufigste maligne (bösartige) Lymphom des Magens. Die Tumorwucherung ist lange Zeit auf den Magen beschränkt, bevor sie im Spätstadium zu Ablegern in Lymphknoten und andere Organe kommt. Die Ursache ist bisher nicht ganz geklärt. Eine Infektion mit Helicobacter pylori (siehe oben) ist in den meisten Fällen vorhanden, so dass dies wahrscheinlich ein wichtiger Faktor für die Entstehung des Magenlymphom ist.

Symptome
Die häufigsten Symptome sind Verdauungsbeschwerden, Oberbauchschmerzen, Unwohlsein, Erbrechen. Später kann auch ein Gewichtsverlust auftreten. Es gibt keine spezifischen Symptome, die eine sichere Diagnose zulassen.

Diagnose
Zur Diagnose muss eine Magenspiegelung mit Gewebeentnahme durchgeführt werden. Die histologische Untersuchung ergibt dann die definitve Diagnose. Bei entsprechendem Verdacht wird auch immer abgeklärt ob eine Helicobacter pylori Infektion besteht.

Therapie / Behandlungsmethoden
Im Frühstadium genügt häufig die Therapie (Eradikation) der Helicobacter pylori Infektion. Danach bildet sich das Lymphom zurück. Im fortgeschrittenen Stadium kommt, je nach Situation, eine Operation, eine Röntgenbestrahlung und/oder Chemotherapie in Frage.

Nachkontrolle
Die Heilungschancen sind bei diesem bösartigen Magenlymphom relativ gut. Nach einer erfolgreichen Therapie sind regelmässige Nachkontrollen beim Hausarzt oder Spezialarzt notwendig.


4.1.3. Karzinoid
Ein häufiger hormonproduzierender Tumor des Magen-Darmtraktes stellt das sogenannte Karzinoid dar. Hierbei handelt es sich um spezialisierte Darmzellen, die vorwiegend eine hormonelle Substanz produzieren, die Serotonin genannt wird. Die Tumore finden sich mehrheitlich im Abschnitt des Duodenums (30%), im sogenannten Blinddarm (45%) oder im Enddarm (10%).

Symptome
Die Patienten zeigen als Krankheitssymptome wiederkehrende, plötzlich auftretende Hitzegefühle und Gesichtsrötungen, oft verbunden mit starkem Durchfall und Herzjagen.

Diagnose
Die ärztliche klinische Untersuchung ist mehrheitlich unergiebig. Hingegen finden sich in den speziellen Laboranalysen im Blut bzw. im Urin die typischen Hinweise. Zur Ortung des Tumors werden die herkömmlichen bildgebenden Verfahren eingesetzt, also Bauchröntgen, Ultraschall, CT oder MRI, zumal es auch darum geht, Ableger (Metastasen) der Tumorerkrankung zu finden oder auszuschliessen (Leber!).

Therapie / Behandlungsmethoden
Therapeutisch muss in erster Linie mittels chirurgischem Eingriff der Tumor, d.h. der betreffende Darmabschnitt, entfernt werden. Sollte aufgrund einer grösseren Ausdehnung und/oder einer Metastasierung dies nicht vollumfänglich möglich sein, so werden ergänzende Medikamente ähnlich einer Chemotherapie eingesetzt

4.1.4. den gastrointestinalen Stromatumor (GIST)
Der gastrointestinale Stromatumor ist eine Erkrankung, welche erst in den letzten Jahren genauer charakterisiert und beschrieben wurde und entsprechend heute immer häufiger diagnostiziert wird. GIST-Tumoren gehen vom Binde- und Stützgewebe aus und können grundsätzlich im gesamten Magen-Darmtrakt auftreten, werden jedoch am häufigsten im Magen diagnostiziert. Sie zeigen ein typisches Bild bei der Beurteilung unter dem Mikroskop. GIST Tumoren können nicht streng in gutartige und bösartige Tumoren unterteilt werden. Es wird vielmehr aufgrund ihres Erscheinungsbildes sowie ihrer Grösse zwischen Tumoren mit eher gutartigem Verhalten und Tumoren mit eindeutigen bösartigem Verhalten (entsprechend einer Krebserkrankung) unterschieden.

Therapie
GIST-Tumoren sollen, sofern technisch möglich, chirurgisch entfernt werden. Ist dies gar nicht oder nicht vollständig möglich, stehen für die Behandlung der GIST-Tumoren neue Medikamente zur Verfügung, welche gezielt gegen diese Tumorform wirksam sind und wenig Nebenwirkungen zeigen.

5. Zöliakie / Einheimische Sprue

Was ist Zöliakie bzw. einheimische Sprue?
Eine Dünndarmerkrankung, die mit einer Zottenatrophie (abgeflachte Schleimhautzotten), gestörter Verdauung und Durchfall einher geht und auf einer Unverträglichkeit auf Gliadin, einem Bestandteil von gewissen Getreidesorten, beruht. Es besteht eine erbliche Belastung für diese Erkrankung.

Welche Symptome und Beschwerden treten bei einer Zöliakie auf?
Die meisten Patienten leiden unter einem Durchfall und haben mit der Zeit auch einen deutlichen Gewichtsverlust. Weitere Symptome sind allgemeine Schwäche, Bauchbeschwerden und Zeichen der Mangelernährung, insbesondere auch Zeichen des Vitaminmangels.

Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Durch den Vitaminmangel kann auch eine erhöhte Blutungsneigung auftreten, die zu schweren Blutungen führen kann. Durch Eiweissmangel können Beinödeme auftreten. Der Bauch kann zunehmend gebläht sein. Wegen den fehlenden Ernährstoffen können auch Knochenbeschwerden auftreten. Im Kindesalter ist auch das Wachstum gestört. Es können Hauterkrankungen auftreten. Bei lang andauernder unbehandelter Krankheit kann auch eine bösartige Lymphzellen-Erkrankung (Lymphom) auftreten.

Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen bei einer Zöliakie getroffen werden?
Die wichtigste Untersuchung ist eine Duodenum-Spiegelung (12 Fingerdarm) zur Gewebeentnahme. Unter dem Mikroskop kann dann in der Regel die Diagnose gestellt werden. Im Blut kann die Krankheit mittels Antikörper gegen Bestandteile des Getreides (Gliadin oder Endomysium-Antikörper) bestätigt werden. Bei der Erstdiagnose sollte auch ein Ultraschall des Abdomens durchgeführt werden, um ein Lymphom auszuschliessen

Therapie / Behandlungsmethoden
Die Patienten müssen ein Leben lang die Einnahme von Getreide (Weizen, Roggen, Gerste) vermeiden und brauchen deshalb eine intensive Ernährungsberatung. Eine medikamentöse Behandlung ist nur bei einer Komplikation angezeigt.

Nachsorge
Bei Beschwerdefreiheit sind regelmässige Kontrollen beim Hausarzt in grösseren Abständen sinnvoll. Bei Beschwerden sollte baldmöglichst der Hausarzt oder ein Magendarmspezialist kontaktiert werden. Sinnvoll ist auch die Mitgliedschaft bei der Schweizerischen Interessengemeinschaft für Zöliakie, die laufend über die neusten Erkenntnisse informiert und entsprechende Schulungen durchführt.

6. Laktoseintoleranz

Was ist Laktoseintoleranz?
Bei der Laktoseintoleranz handelt es sich um eine gestörte Verdauung des Milchzuckers (Laktose) im Dünndarm. Der angeborene Mangel der Laktase, ein Enzym, das den Milchzucker spaltet, wird als primäre Laktose-Intoleranz bezeichnet. Eine sekundäre Laktointoleranz liegt vor, wenn eine andere Dünndarmerkrankung eine Verminderung der Laktase verursacht, wie zum Beispiel eine unbehandelte Zöliakie.

Welche Symptome und Beschwerden treten bei Laktorseintoleranz auf?
Die Patienten klagen insbesondere nach dem Genuss von Milch und Milchprodukten über Druchfall, Meteorismus (Blähungen), Bauchkrämpfe, Flatulenzen (Windabgang).

Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Zeichen der Mangelernährung, allgeimeine Schwäche, Gewichtsverlust.

Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen bei Laktoseintoleranz getroffen werden?
Bei Verdacht kann ein sogenannter Laktosetoleranztest durchgeführt werden. Der Patient erhält eine genau definierte Menge Milchzucker zum Trinken. Danach werden in kurzen Abständen Milzuckerbestandteile im Blut gemessen. Fehlt ein Anstieg dieser Bestandteile ist dies diagnostisch.

Therapie / Behandlungsmethoden
Bei der primären Form muss eine Milch und Milchprodukte freie Diät durchgeführt werden. Joghurt und gewisse Käsesorten können aber ohne Probleme gegessen werden. Bei den sekundären Formen ist die Therapie der Grunderkrankung zusätzlich von entscheidender Bedeutung.

Nachsorge
Eine Nachsorge ist bei Beschwerdefreiheit nicht nötig. Bei den sekundären Formen ist nach Behandlung der Grundkrankheit ein Versuch mit Milchzucker sinnvoll.