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Spezielle Untersuchungsmethoden
Sonographie / Ultraschall
Die Sonographie ist das wichtigste, nicht in das Organ eingreifende,
bildgebende Verfahren für Leber und Gallenwegserkrankungen.
In die Domäne der Sonographie gehören umschriebene Leberprozesse,
Steine, zystische Veränderungen und solide Prozesse werden
ab einer Grösse von 3 bis 5 mm nachgewiesen. Die Duplexsonographie
erlaubt die Differenzierung von soliden, zystischen und durchbluteten
Strukturen. Ein weiterer diagnostischer Vorteil des Ultraschalls
ist die risikoarme, sonographisch gesteuerte Entnahme von
Gewebeproben (Biopsien ).
Computertomographie (CT) und Magentresonanztomographie
(MRT).
Für CT and MRI gelten die gleichen Indikationen wie für die
Sonographie. Einen besonderen Vorteil bietet das Kontrastmittel-CT
und -MRI bei zystischen Formationen und bei soliden Tumoren
der Leber wie Adenomen, Hämangiomen und dem primären Leberkrebs
(Leberzellkarzinom).
Arteriographie
Die Darstellung der hepatischen Gefässe wird im Rahmen der
Abklärung einer Lebertransplantation durchgeführt, für die
definitive Diagnose eines Lebertumors und für die Behandlung
der Lebertumore.
Leberhistologie
Die Leberdiagnostik wird durch eine Entnahme vom Lebergewebe
(Leberbiopsie) ergänzt. Sie ist indiziert bei allen unklaren,
diffusen oder fokalen Leberparenchymprozessen.
Die wichtigsten Erkrankungen des Leber
Viele angeborene und erworbene Krankheiten können die Leber
betreffen und in ähnliche Krankheitsbilder münden. Die wichtigsten
Gruppen werden im Folgenden kurz vorgestellt:
1. Virushepatitis.
Die Hepatitis A ist meistens harmlos; eine Impfung ist möglich.
Die Hepatitis B ist weltweit einer der grössten "Killer":
300'000'000 Menschen sind betroffen, davon sterben jährlich
eine Million! Eine Impfung ist möglich und dringend empfohlen.
Auch die Hepatitis C ist sehr häufig: man nimmt an, dass auf
der ganzen Welt 100'000'000 Menschen an einer Hepatitis C
leiden. Eine Impfung ist zur Zeit leider nicht möglich.
2. Alkoholische Leberkrankheiten.
3. Angeborene Leberkrankheiten.
Die Hämochromatose ist eine sehr häufige Erbkrankheit: etwa
20'000 Schweizer/innen sind betroffen. Andere angeborene Leberkrankheiten
sind die Wilsonsche Krankheit (Überlastung des Körpers mit
Kupfer), der Alpha-1-Antitrypsinmangel. Auch die zystische
Fibrose kann die Leber betreffen.
4. Autoimmune Leberkrankheiten
5. Leberzirrhose
6. Lebertumore, v.a. der Leberkrebs.
1. Virushepatitis
Hepatitis-A-Virusinfektion
Was ist Hepatitis A?
Akute gewöhnlich selbstheilende Leberentzündung, hervorgerufen
durch ein enteral/auf den Darm bzw. die Eingeweide bezogenes,
übertragenes RNS-Virus (Ribonukleinsäure-Virus). Früher war
dies vor allem eine Erkrankung von Kindern und Jugendlichen,
heute befällt die Infektion aufgrund des hohen Hygienestandards
in den westlichen Ländern zunehmend Erwachsene.
Welche Symptome und Beschwerden treten bei Hepatitis
A auf?
Klinisch sind die meisten akuten Hepatitis-Erkrankungen gekennzeichnet
durch ein "gastroenteritisches" Vorstadium (Magendarmgrippe)
und vielfach durch eine sich danach entwickelnde ikterische
Phase (Gelbsucht) beginnend mit Dunkelfärbung des Urins und
Gelbfärbung des Auges und der Schleimhäute.
Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Die Hepatitis A ist eine selbstheilende Krankheit. Nur selten
(0.01%) kommt ein fulminanter Verlauf vor mit Leberversagen
und Tod. Die Behandlung in diesem Fall ist die Lebertransplantation.
Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen
bei einer Hepatitis A getroffen werden?
Die Diagnose wird aufgrund der Klinik- und Laboruntersuchungen
gemacht. Im Labor finden sich neben der Erhöhung der Leberenzyme
immer Antikörper gegen das Hepatitis A Virus im Blut des Patienten.
Therapie / Behandlungsmethoden / Prophylaxe
Es ist keine spezifische Therapie notwendig. Zur Prophylaxe
steht bei Reisen in Risikogebiete wie Asien, Afrika, Mittelamerika
und Mittlerer Osten ein Aktivimpfstoff zur Verfügung. Die
Injektionen von je 1 ml erfolgen nach der Erstinjektion im
Abstand von 2 bis 4 Wochen und 6 bis 12 Monaten. Der Impferfolg
beträgt mehr als 95%.
Hepatitis-B-Virusinfektion
Was ist Hepatitis B?
Akute Leberentzündung, hervorgerufen durch ein DNA-Virus von
Mensch (dem einzigen Wirt des Hepatitis-B-Virus) zu Mensch
durch Geschlechtsverkehr oder während der Geburt übertragen.
Die Hepatitis B ist weltweit einer der grössten "Killer":
300'000'000 Menschen sind betroffen, davon sterben jährlich
eine Million! Im Gegensatz zur Hepatitis A ergibt sich keine
wechselseitige Beziehung der Durchseuchungsrate mit dem Alter
der untersuchten Personen; jedoch wird im Zusammenhang mit
dem zunehmenden Drogenmissbrauch in der Altersgruppe zwischen
dem 15 und 29 Lebensjahr eine gewisse Häufung von Hepatitis-B-Virus-infizierten
Personen beobachtet. Die Hepatitis-B-Infektionshäufigkeit
ist bei Partnern von Hepatitis-B-Virus-infizierten Personen
vermehrt, so dass eine sexuelle Übertragung wahrscheinlich
ist. Die Dauer von Ansteckung bis Beginn der Krankheit (Inkubationszeit)
beträgt 4 Wochen bis 6 Monate.
Welche Symptome und Beschwerden treten bei Hepatitis B
auf?
Meistens unspezifische Beschwerden wie Oberbauchschmerzen,
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen. Die Beobachtung von
Gelbsucht (Ikterus) ist nicht obligatorisch. Die Differantialdiagnose
von der Hepatitis-A-Infektion ohne Zuhilfenahme von Labordaten
(siehe unten) ist unmöglich.
Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Nach grösseren Verlaufsuntersuchungen heilen 90% der Hepatitis-B-Infektionen
spontan und folgenlos aus. Bei weniger als 1% der Infizierten
kommt es zur fulminanten Hepatitis: eine notfallmässige Transplantation
ist darum nötig. In etwa 10% der Fälle geht die Erkrankung
in eine chronische Form (chronisch fortdauernde oder chronisch
aktive Hepatitis) über. Eine Leberzirrhose (siehe unten) entwickelt
sich bei weniger als 1% der Infizierten. Das primäre Leberzellkarzinom
wird vor allem bei Patienten mit chronischen Verlaufsformen
beobachtet, insbesondere wenn ein zusätzlicher schädigender
Faktor hinzukommt, wie zum Beispiel eine zusätzliche Infektion
mit dem Hepatitis-C-Virus oder Alkohol.
Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen
bei einer Hepatitis B getroffen werden?
Die Diagnose einer Hepatitis-Virus-Infektion wird durch
bestimmte Laboruntersuchungen (serologische Untersuchungen)
gemacht. Die Positivität der verschiedenen serologischen Tests
ist von dem Verlauf der Krankheit (z.B. Entwicklung einer
chronischen Hepatitis ) abhängig.
Therapie / Behandlungsmethoden / Prophylaxe
Eine Behandlung der akuten Hepatitis-B-Infektion ist nicht
notwendig. Bettruhe hat keinen Einfluss auf den Verlauf der
Erkrankung. Körperliche Schonung wird von den Patienten in
den meisten Fällen von selbst angestrebt. Patienten mit einem
fulminanten Verlauf brauchen eine Lebertransplantation. Bei
der chronisch aktiven Hepatitis führt die Behandlung mit Interferon
in ca. 40 bis 50% zu einer Viruselimination. Patienten mit
einer erfolgreichen Behandlung haben ein geringeres Risiko
zur Entwicklung von Leberzirrhose und Leberzellkarzinom. Vor
Therapiebeginn ist immer eine Leberbiopsie indiziert, um das
genaue Ausmass der Leberkrankheit definieren zu können. Zur
aktiven Impfung stehen gereinigte, aus humanen Plasma hergestellte
und gentechnologisch synthetisierte Impfstoffe zur Verfügung.
Die Aktivimpfung wird nach 4 Wochen und 6 Monaten wiederholt.
Das Impfergebnis wird durch den Nachweis von Antikörpern gegen
den Virus kontrolliert. Der Impftiter sollte höher als 100
IE sein, sonst ist eine zusätzliche Impfung notwendig.
Nachsorge
Da bei Hepatitis-B-Virus-infizierten Patienten mit einer chronischen
Leberentzündung, das Risiko der Entwicklung einer Leberzirrhose
und eines Leberzellkarzinoms hoch ist, ist eine Nachsorge
notwendig. Diese Nachsorge, die am Institut für klinische
Pharmakologie/Hepatologie des Inselspitals stattfindet, beinhaltet
die klinische Kontrolle und die Kontrolle von Laborparameter,
um eine Früherkennung der Entwicklung von Leberzirrhose bzw.
Leberkarzinom möglich zu machen. Eine Früherkennung dieser
Krankheiten führt zu besseren Therapien.
Hepatitis-C-Virusinfektion
Was ist Hepatitis C?
Eine Infektion der Leber mit einem RNS-Virus. Dies führt
zur Entzündung der Leber (Hepatitis). Das Hepatitis-C- Virus
wird durch Blutprodukte, Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen)
und kleine Verletzungen (z.B. Rasierapparate, Zahnbürsten
usw.) übertragen. Wenn überhaupt, wird die Hepatitis sexuell
nur selten übertragen. Die Übertragung von der Mutter auf
das Kind ist sehr selten. Werdende Mütter mit einer Hepatitis
C können normal entbinden und stillen. Die Hepatitis C ist
sehr häufig: man nimmt an, dass auf der ganzen Welt 100'000'000
Menschen an einer Hepatitis C leiden.
Welche Symptome und Beschwerden treten bei Hepatitis C
auf?
Die meisten Patienten merken nichts. Müdigkeit und gelegentliche
milde Schmerzen im rechten Oberbauch können auftreten.
Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Wenn die Krankheit chronisch wird (d.h. über ein Jahr dauert),
kann es über Jahrzehnte zu einer Vernarbung der Leber (Leberzirrhose)
kommen. Dies dauert 10 bis 30 Jahre. In Patienten mit einer
Leberzirrhose kann es 30 Jahre nach der Infektion zu einem
Leberkrebs kommen; dies ist allerdings in der Schweiz eher
selten. Man schätzt, dass in der Schweiz, 0.5 bis 1 % der
Bevölkerung eine Hepatitis C haben, das heisst, dass 35'000
bis 70'000 Menschen betroffen sind. Wie viele davon die schweren
Komplikationen (Leberzirrhose oder Leberkrebs) entwickeln,
wissen wir nicht. Aufgrund verschiedener Studien kann man
schätzen, dass 200 bis 300 PatientInnen pro Jahr eine schwere
Komplikation entwickeln.
Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen bei
Hepatitis C getroffen werden?
Der Hausarzt kann die Hepatitis C finden, indem er nach einer
Leberentzündung sucht und die Antikörper gegen das Hepatitis
C Virus bestimmen lässt. Andere zusätzliche Faktoren, die
uns wichtige Informationen liefern, vor allem vor Beginn einer
Behandlung, sind die Bestimmung des Virustiters, die Bestimmung
des Genotyps des Virus und die Leberbiopsie (Histologie).
Therapie / Behandlungsmethoden
Die Behandlung der Wahl ist heute die Kombination Interferon
+ Ribavirin. Damit können bis zu 75 % der Patient/innen geheilt
werden. Interferone (IFN) sind Eiweisse, die der Körper zur
Abwehr von Viren produziert. Interferon wird heute gentechnologisch
hergestellt. Die wichtigste Nebenwirkung ist eine kleine "Grippe",
nämlich Fieber, Gliederschmerzen und Müdigkeit. Die meisten
Patient/innen können während der Behandlung normal arbeiten.
Neuere Substanzen, sogenannte "Virostatika" ("Antibiotika"
gegen Viren) können - in Kombination mit Interferon, über
50 % der behandelten Patient/innen heilen. Zu diesen Virostatika
gehören Ribavirin und Amantadin, die in klinischen Studien
zur Zeit geprüft werden. Für Patienten mit Leberzirrhose und
schweren Komplikationen wird heute die Lebertransplantation
empfohlen. Diese wird in Bern an der Klinik für Viszeral -
und Transplantationschirurgie durchgeführt. Für Patienten
mit Leberkrebs kann eine Operation zur Heilung führen, wenn
der Krebs früh entdeckt wird.
Nachsorge
Da bei Hepatitis-C-Virus-infizierten Patienten mit einer chronischen
Leberentzündung, das Risiko der Entwicklung einer Leberzirrhose
und eines Leberzellkarzinoms hoch ist, ist eine Nachsorge
notwendig. Diese Nachsorge, die am Institut für klinische
Pharmakologie/Hepatologie des Inselspitals stattfindet, beinhaltet
die klinische Kontrolle und die Kontrolle von Laborparameter,
um eine Früherkennung der Entwicklung von Leberzirrhose bzw.
Leberkarzinom möglich zu machen. Eine Früherkennung dieser
Krankheiten führt zu besseren Therapien.
2. Alkoholische Leberkrankheit
Was ist die alkoholische Leberkrankheit?
Alkoholische Leberkrankheit ist eine chronische Lebererkrankung,
die als Folge eines vermehrten Alkoholkonsums auftreten kann.
Das Spektrum alkoholischer Lebererkrankungen umfasst die Fettleber,
die alkoholische Hepatitis und die Leberzirrhose.
Welche Symptome und Beschwerden treten bei der alkoholischen
Leberkrankheit auf?
Symptomatisch werden vor allem Patienten mit einer alkoholischen
Hepatitis. Die Symptome sind zahlreich. Appetitlosigkeit,
Übelkeit, Erbrechen und Gewichtverlust, aber auch schwere
Symptome, wie Nierenversagen, Blutungen im Vertrauungstrakt
und psychische Probleme werden beobachtet. Die Fettleber und
die Leberzirrhose sind meistens nicht symptomatisch und werden
durch Ihre Komplikationen bemerkbar (siehe unten)
Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Vermehrter Alkoholkonsum kann zu einer Leberzirrhose und Leberzellkrebs
führen.
Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen
bei einer alkoholischen Leberkrankheit getroffen werden?
Die Diagnose einer alkoholischen Leberkrankheit wird mittels
Anamnese und Ausschluss anderer Ursachen gestellt.
Therapie / Behandlungsmethoden / Prophylaxe
Die beste Behandlung ist die Alkoholabstinenz. Die Komplikationen
der alkoholischen Leberkrankheit vor allem die Leberzirrhose
werden entsprechend behandelt.
3. Angeborene Leberkrankheiten
/ Hämochromatose
Was ist die Hämochromatose?
Die Hämochromatose ist die häufigste Erbkrankheit des
Erwachsenen. Eine unter 10 bis 12 Personen ist gesunder Träger
eines fehlerhaften Gens und eine unter 400 bis 600 Personen
erkrankt an Hämochromatose. Aufgrund dieser Häufigkeit des
Gens muss in der Schweizer Bevölkerung von 17.500 bis 20.000
betroffenen Patient/innen ausgegangen werden. Das fehlerhafte
Gen führt zu einer unkontrollierten Aufnahme von Eisen aus
der Nahrung und zu einer Überladung verschiedener Organe mit
diesem Schwermetall.
Welche Symptome und Beschwerden treten bei einer Hämochromatose
auf?
Die ersten Symptome können von der Leber, den Gelenken, der
Bauchspeicheldrüse oder anderen Drüsen kommen. Oft sind die
Symptome nicht eindeutig und die Diagnose wird verpasst, wenn
der Hausarzt nicht an diese Krankheit denkt. Leber: Müdigkeit,
Oberbauchschmerzen. Gelenke: Entzündung, Schmerzen in den
Gelenken. Bauchspeicheldrüse: Zuckerkrankheit (Durst, vermehrtes
Wasserlösen) Andere Drüsen: Impotenz
Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Die Spätfolgen betreffen ähnliche und andere Organe wie bei
den oben aufgeführten Zeichen der Krankheit: Leber: Leberzirrhose
(Vernarbung). Diese kann zu verschiedenen Komplikationen führen:
Innere Blutungen, Wasserbauch (Aszites) Gelbsucht (Ikterus),
Leberkrebs. Bauchspeicheldrüse: Zuckerkrankheit mit allen
Spätfolgen. Herz: Unregelmässiger Herzschlag, Herzversagen.
Haut: Dunkle Verfärbung
Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen
bei einer Hämochromatose getroffen werden?
Die Krankheit sollte mit einem einfachen Test (Eisen und Eisenbindungskapazität)
gesucht werden. Liegen diese Werte über der Norm, wird eine
molekulargenetische Untersuchung durchgeführt; dadurch kann
die Krankheit bei 85% der Patienten nachgewiesen werden. Unter
Umständen ist eine Leberbiopsie notwendig; dabei wird unter
Lokalanästhesie ein kleines Stück Leber mit einer Nadel entfernt,
um diese unter dem Mikroskop zu beurteilen und um darin die
Eisenmenge zu bestimmen. Wird eine Hämochromatose diagnostiziert,
ist es enorm wichtig, dass alle Familienangehörigen ebenfalls
untersucht werden, um mit einer frühzeitigen Therapie Organschädigungen
zu verhindern.
Therapie / Behandlungsmethoden
Das überflüssige Eisen wird durch regelmässige Aderlässe entfernt.
Diese Möglichkeit einer effizienten Therapie zeigt, welch
grosse Bedeutung einer frühzeitigen Diagnosestellung zukommt.
Bei frühzeitiger Erkennung können alle Organschäden verhindert
werden!
4. Autoimmune Leberkrankheiten
Was sind autoimmune Leberkrankheiten?
Leberkrankheiten mit unklaren Ursachen. Man vermutet dass
autoimmune Phänomene (eine Art von Selbstzerstörung) eine
Rolle spielen. Zu den autoimmunen Erkrankungen gehören die
Autoimmunhepatitis, die primär biliäre Zirrhose und die primär
sklerosierende Cholangitis. Die Autoimmunhepatitis kommt vor
allem bei jungen Frauen vor. Die primär biliäre Zirrhose tritt
in 90% bei Frauen im mittleren Lebensalter auf. Die primär
sklerosierende Cholangitis tritt in 70% der Fälle bei Männern
auf und ist mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung
assoziiert.
Welche Symptome und Beschwerden treten bei autoimmunen
Leberkrankheiten auf?
Je nach Stadium sind die Symptome unterschiendlich. Die Autoimmunhepatitis
kann auch akut mit Zeichen einer Leberentzündung auftreten.
Die primär biliäre Zirrhose und die primär sklerosierende
Cholangitis sind meistens am Anfang nicht symptomatisch. Das
Hauptsymptom ist Hautjucken und später Zeichen der Leberzirrhose
(Wasserbauch, Gelbsucht).
Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Eine Leberzirrhose entwickelt sich nach meistens langem Verlauf
bei allen autoimmunen Lebererkrankungen.
Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen bei
autoimmunen Leberkrankheiten gemacht werden?
Die Diagnose einer autoimmunen Lebererkrankung wird meistens
durch Untersuchung von Lebergewebe (Biopsie) gemacht. Zusätzliche
Untersuchungen sind Laboruntersuchungen mit der Bestimmung
spezifischer Antikörper und für die Diagnose der primär sklerosierenden
Cholangitis die ERCP.
Therapie / Behandlungsmethoden
Je nach Stadium der Krankheit sind medikamentöse Therapien
möglich. Die definitive Behandlung aller autoimmunen Leberkrankheiten
ist die Lebertransplantation.
5. Leberzirrhose
Was ist Leberzirrhose?
Leberzirrhose ist eine Vernarbung der Leber. Mit der Vernarbung
kommt es zu einem Verlust der normalen Architektur (Bildung
von Knoten) und einer Vermehrung von Bindegewebe. Viele Krankheiten
führen zur Leberzirrhose: Virushepatitis (v.a. Hepatitis B
und Hepatitis C), Alkohol, autoimmune Erkrankungen, angeborene
Stoffwechselstörungen, vor allem die Hämochromatose.
Welche Symptome und Beschwerden treten bei einer Leberzirrhose
auf?
Viele Patienten merken überhaupt nicht, dass sie eine Zirrhose
haben. Andere beklagen sich über Müdigkeit oder über mit der
Grundkrankheit verbundene Symptome. Meistens wird die Krankheit
durch ihre Komplikationen bemerkt.
Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Innere Blutungen (v.a. aus Krampfadern in der Speiseröhre,
sogenannte Ösophagusvarizen), Wasserbauch (Aszites), Gelbsucht
(Ikterus), Hepatische Enzephalopathie (eine Selbstvergiftung,
weil die Leber Gifte aus dem Darm nicht mehr filtriert), Muskelschwund
und -krämpfe. Viele Patienten sterben nicht an der Zirrhose.
Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen
bei einer Leberzirrhose gemacht werden?
Zur Diagnose einer Zirrhose führen meistens die Symptome der
Patienten die durch die Komplikationen verursacht werden.
Therapie / Behandlungsmethoden
Man kann Folgen der Zirrhose behandeln: Blutungen kann man
endoskopisch (Verödung oder Ligatur der Krampfadern), radiologisch
(TIPS), chirurgisch oder medikamentös (b-Blocker) behandeln.
Für den Wasserbauch braucht man harntreibende Medikamente.
Die Enzephalopathie wird mit Medikamenten behandelt. Diät
(salzarm, in der Regel reich an Eiweissen, häufige kleine
Mahlzeiten, Alkohol meiden). Gegebenenfalls Behandlung der
Grundkrankheit. Die einzige Heilungsmöglichkeit ist zur Zeit
die Lebertransplantation. An Möglichkeiten, die Zirrhose medikamentös
zu heilen wird aktiv geforscht.
6. Leberzellkarzinom
Was ist ein Leberzellkarzinom?
Bösartige Geschwülste der Leber stammen in zirka 80 bis 90%
direkt von der Leberzelle ab und werden als Leberzellkrebs
bezeichnet. Der Leberzellkrebs ist heute weltweit eine der
häufigsten Krebsarten mit einer geographisch unterschiedlichen
Verteilung. In Asien ist er mit einem Anteil von 20 bis 30%
die häufigste bösartige Geschwulst überhaupt, in Europa und
Nordamerika dagegen macht er nur 1 bis 2% der bösartigen Geschwülste
aus. Allerdings nimmt in Europa die Häufigkeit des Leberzellkrebs
zu; in den letzten 15 Jahren hat er sich bei Frauen verdoppelt
und bei Männern um 50 % zugenommen: Meist entsteht der Leberzellkrebs
auf dem Boden einer chronischen Lebererkrankung, die zur Leberzirrhose
geführt hat (Lebervernarbung); diese kann durch Viren (Hepatitis
B oder C), übermässigen Alkoholkonsum, Pilzgifte wie Aflatoxin
oder durch die Erbkrankheit Hämochromatose verursacht werden.
Welche Symptome und Beschwerden treten bei einem Leberzellkarzinom
auf?
Häufig merkt der Patient nichts. Kleine Geschwülste der Leber
werden oft nur im Rahmen von Routineuntersuchungen gefunden.
Erste Symptome sind Oberbauchschmerzen oder ungewollte Gewichtsabnahme.
Bei Wasserbauch, Gelbsucht oder spürbarer Geschwulst ist die
Krankheit bereits fortgeschritten.
Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Der Leberzellkrebs kann in der Leber, in Blut- und Lymphgefässe,
aber auch in Gallenwege einbrechen und in der übrigen Leber,
im Bauchraum, in der Lunge und an anderen Orten Ableger bilden.
Unbehandelt führt diese Krankheit deshalb meist innerhalb
eines Jahres nach dem Krankheitsnachweis zum Tode.
Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen bei
einem Leberzellkarzinom gemacht werden?
Ultraschall, Computertomographie und Magnetresonanz-Tomographie
sind die wichtigsten bildgebenden Verfahren um kleine Leberzellkrebse
zu entdecken. Im Blut kann ein sogenannter Tumormarker, in
der Suche nach Leberzellkrebsen hilfreich sein.
Therapie / Behandlungsmethoden
Nur eine frühzeitige komplette Entfernung der Lebergeschwulst
hat Aussicht auf Heilung der Krankheit. Da die Leber auch
nach einer operativen Entfernung von bis zu 70% des Gewebes
wieder nachwachsen kann, sind ausgedehnte Leberoperationen
heute erfolgreich möglich. Bei totaler Entfernung werden 5-Jahres-Überlebensraten
von 25 bis 40 % erreicht. Bei Vorschädigung und Funktionsverlust
der Leber, wie etwa bei der Leberzirrhose, sind die technischen
Möglichkeiten einer Lebergewebsentfernung aber stark eingeschränkt.
In solchen Fällen, vor allem wenn die Geschwulst noch klein
ist, kommt gelegentlich eine Lebertransplantation als heilende
Operation in Frage. Ist eine Operation unmöglich, kann dem
Patienten oft trotzdem geholfen werden, auch wenn eine Heilung
nicht mehr möglich ist. In solchen Fällen kann die Injektion
von reinem Alkohol direkt in die Geschwulst oder die Injektion
von Chemotherapie über die Leberarterien das Wachstum stoppen
oder verlangsamen.
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