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Die wichtigsten Erkrankungen
1. Tumore
Hier unterscheiden wir zwischen gutartigen und bösartigen
Tumoren.
Zu den gutartigen Tumoren zählen wir:
- Polypen
- Adenome
- Hamartome
Zu den bösartigen Tumoren gehören:
- das Kolonkarzinom
- das Rektumkarzinom (Enddarm)
2. Hämorrhoiden
3. Reizdarm (irritables Colon, IBS)
4. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED)
1. Polypen, Adenome
und Karzinome des Dickdarms
Was ist ein Polyp, ein Adenom bzw. ein Karzinom des Dickdarms?
Ein Polyp ist jede Vorwölbung ins Darmlumen. Ein Adenom ist
eine Gewebewucherung von der Schleimhaut des Dickdarmes ausgehend.
Ein Karzinom ist ein bösartiger Tumor, der häufig aus Adenomen
entsteht Über 50% der Kolonpolypen respektive Kolonkarzinome
sitzen im Endteil des Dickdarmes. Etwa 20% der Patienten über
60 Jahre haben Kolonpolypen. Auch Karzinome finden sich vor
allem im höheren Lebensalter.
Welche Symptome und Beschwerden treten bei Polyen, Adenomen
oder Karzinomen auf?
- 60% der Patienten weisen keine Beschwerden auf (häufig zufälliger
Befund)
- Schleimabsonderung und Durchfälle
- Schmerzen durch Verstopfung
- spontaner Blutabgang oder Blutabgang mit dem Stuhl
Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
- Entartung von Adenomen (Entstehung eines bösartigen Tumors)
- Blutung
- Darmdurchbruch
- Streuung und Bildung von Tochtergeschwülsten
Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen bei
Polypen, Adenomen und Karzinomen des Dickdarms gemacht werden?
- Eine Krebsvorsorgeuntersuchung sollte ab dem 45. Lebensjahr
begonnen werden.
- Untersuchung des Enddarmes mit dem Finger
- Darmspiegelung eventuell mit Entnahme von Gewebeproben respektive
Entfernung des gesamten Polypen oder Adenoms
- Untersuchung des Dickdarmes mit Kontrastmitteln (falls Darmspiegelung
unmöglich)
- Ultraschalluntersuchung (spezielles Gerät mit dem man in
den Darm vordringen kann)
- Wichtige Voruntersuchungen: Dickdarmspiegelung mit Gewebeprobe.
Bei Verdacht auf bösartigen Tumor müssen mittels Ultraschall
oder Computertomographie Tochtergeschwülste ausgeschlossen
werden.
Therapie / Behandlungsmethoden
Bei Polypen/Adenomen: konsequente Abtragung mit dem
Endoskop.
Bei sehr grossen Polypen oder Adenomen und allen Karzinomen:
Operation. Insbesondere bei Verdacht oder Hinweis für das
Vorliegen eines bösartigen Tumors muss, sofern nicht viele
Tochtergeschwülste vorliegen, in jedem Fall eine Operation
vorgenommen werden, welche in einer Teilentfernung oder Entfernung
des gesamten Dickdarmes besteht.
Technik: 1. einzeitiges Vorgehen 2. zweizeitiges Vorgehen
mit vorübergehender Anlage eines künstlichen Darmausganges,
der in einer zweiten Operation zurückverlagert wird 3. bei
sehr weit am Darmausgang gelegenen Tumoren (Rektumkarzinom)
muss eventuell ein endgültiger künstlicher Darmausgang angelegt
werden.
Im Rahmen der interdisziplinären Behandlung erhalten
viele Patienten beim fortgeschrittenen Karzinom eine Chemotherapie
oder eine Bestrahlung vor und nach der Operation.
Nachsorge
- Regelmässige Nachkontrollen durch eine Darmspiegelung
- beim Karzinom sind weitere Kontrollen wie Bestimmung von
Tumormaster im Blut sowie Ultraschall des Bauches oder eine
Computertomographie (Röntgentechnik) zum Ausschluss von Tochtergeschwülsten
notwendig
2. Hämorrhoiden
Was sind Hämorrhoiden?
Hämorrhoiden sind vergrösserte Venen im Darmausgangsbereich.
Welche Symptome und Beschwerden treten bei Hämorrhoiden
auf?
Blut im Stuhl kann häufig (neben anderen Ursachen) auf Hämorrhoiden
zurückzuführen sein, andere Symptome können Juckreiz und gelegentlich
Schmerzen sein.
Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Zum Teil können heftige Blutungen auftreten.
Welche Aklärungen und Voruntersuchungen müssen bei
Hämorrhoiden gemacht werden?
Hämorrhoiden sind in der Regel einfach zu diagnostizieren.
Die Diagnostik erfolgt durch die Proktoskopie, Rektoskopie
oder Koloskopie.
Therapie / Behandlungsmethoden
Im Inselspital werden Diagnostik und Therapie in der proktologischen
Sprechstunde der Gastroenterologen durchgeführt. Dabei können
Hämorrhoiden während einer Enddarmspiegelung mit Gummibändern
abgebunden oder verödet werden. Darüber hinaus haben die Chirurgen
neue Operationsverfahren zur Therapie von sehr grossen Hämorrhoiden
entwickelt.
Nachsorge
Eine Nachsorge ist nur bei Auftreten von erneuten Beschwerden
notwendig.
3. Reizdarm / Irritables
Colon / IBS
Was ist ein Reizdarm?
Der Reizdarm verursacht zum Teil heftige Bauchschmerzen, wahrscheinlich
durch unkoordinierte Darmbewegungen bedingt.
Welche Symptome und Beschwerden treten beim Reizdarm auf?
Patienten mit Reizdarm klagen häufig über Schmerzen im Bauch,
die oft nach dem Stuhlgang besser werden.
Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Keine
Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen beim
Reizdarm gemacht werden?
Bevor die Diagnose irritables Colon gestellt werden darf,
müssen alle anderen Dickdarmerkrankungen ausgeschlossen werden.
In der Regel ist hierzu eine Darmspiegelung notwendig.
Therapie / Behandlungsmethoden
Die Beschwerden können bei vielen Patienten mit Medikamenten
gelindert werden.
Nachsorge
Regelmässige Kontrolluntersuchungen zur Optimierung der medikamentösen
Therapie können sinnvoll sein.
4. Chronisch entzündliche
Darmerkrankungen / CED
Was sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen?
Zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen werden der
Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa gezählt. Dabei kommt
es zu Entzündungen ausschliesslich im Dickdarm (= Colitis
ulcerosa) oder zu einem möglichen Befall von Darmsegmenten
ganz unterschiedlicher Grösse, wobei prinzipiell der gesamte
Magen-Darmtrakt befallen werden kann (Morbus Crohn). Die Ursache
der Erkrankungen ist noch nicht ganz geklärt. Wesentliche
Faktoren die zur Krankheitsentstehung beitragen sind Vererbung,
Umwelt und eine Störung des Immunsystems. Am Inselspital gibt
es mehrere Arbeitsgruppen, die sich mit der Entstehung und
Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wissenschaftlich
beschäftigen. Daher kann am Inselspital den Patienten immer
die neueste Information und auch Therapie auf diesem Gebiet
angeboten werden.
Welche Symptome und Beschwerden treten bei chronisch entzündlichen
Darmerkrankungen auf?
Patienten können eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome,
wie Bauchschmerzen, Blut im Stuhl, Durchfall, Gewichtsverlust
und Fieber aufweisen. Gelegentlich können auch Gelenkbeschwerden
auftreten.
Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen kann es zu infektiösen
Komplikationen kommen, die eine Antibiotika-Therapie oder
ein chirurgisches Vorgehen notwendig machen. Blutungen werden
häufig gesehen, ohne dass diese jedoch bedrohlich wären. Sehr
starke Blutungen oder Durchbruch der Darmwand sind selten.
Weitere Komplikationen sind der Darmverschluss beim Morbus
Crohn.
Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen bei
chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gemacht werden?
In der Regel muss eine Dickdarmspiegelung durchgeführt werden.
Ausserdem muss man, sofern man einen Morbus Crohn hat, den
Dünndarm mittels einer speziellen Röntgenuntersuchung untersuchen.
Im Inselspital kann beim Grossteil der Patienten auch die
Diagnose aufgrund von Bluttests gestellt werden.
Therapie / Behandlungsmethoden
Die meisten Therapieansätze setzen bei einer medikamentösen
Beeinflussung des Immunsystems an. Ziel der Behandlung der
Patienten mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung
ist immer, die Patienten durch eine medikamentöse Therapie
rasch aus einem Krankheitsschub herauszubringen. In der Regel
können durch eine konsequente medikamentöse Therapie alle
Symptome gut in Griff bekommen werden. Im Inselspital wird
(bislang einzigartig in der Schweiz), eine interdisziplinäre
Sprechstunde (von Gastroenterologen und Chirurgen) durchgeführt
(Anmeldung 031/632 8560), um die optimale Therapie dieser
Erkrankungen zu gewährleisten. Bei der Colitis ulcerosa kommt
es nach Entfernung des Dickdarms zu einer Heilung der Erkrankung.
Der künstliche Darmausgang der nach der Dickdarmentfernung
angelegt werden muss, kann durch eine Pouch-Operation wieder
rückgängig gemacht werden. Dabei wird der Dünndarm zu einem
Reservoir geformt und mit dem natürlichen Darmausgang verbunden.
Beim Morbus Crohn werden Operationen nur bei Komplikationen
(Abszess, narbige Schrumpfung) durchgeführt.
Nachsorge
Da beide Erkrankungen M. Crohn und Colitis ulcerosa chronische
Erkrankungen sind, sind regelmässige Kontrolluntersuchungen
unbedingt erforderlich, da die Entzündungsaktivität unbedingt
auf möglichst niedrigem Niveau gehalten werden muss.
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